Überblick in Kürze
 
Das Thema der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT)in den Schulen be-schäftigt die schweizerischen Bildungsverantwotlichen seit den Achtzigerjahren. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) verabschiedet 1986 ihre Leitideen und Richtziele zur Informatik in den Volksschulen. Bis heute ist es eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den ICT, die einer herausfordernden technischen Entwicklung und einem stetigen gesellschaftlichen Wandel unterworfen ist.
 
Neunzigerjahre
Die Integration der ICT in den Schulen bildet hauptsächlich gegen Ende der Neunzigerjahre einen thematischen Schwerpunkt im Bildungswesen. Mit der Erstellung von Konzepten und der Durchführung von Projekten wird die Integration in den einzelnen Kantonen und Gemeinden mit unterschiedlichem Engagement vorangetrieben. Die Einführung des Computers und der Anschluss ans Internet erfolgen zunächst vor allem auf den Sekundarstufen l und II.

Das Internet eröffnet neue Lehr- und Lernmöglichkeiten, die für die Schulen heute und in Zukunft eine grosse Bedeutung haben. In diesem Zusammenhang startet die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB) 1997 die Offensive "Lernen ohne Grenzen". Sie formuliert vier Thesen, mit denen sie die Diskussion unter den Bildungsverantwortlichen anregen will:
 
ListeDas Internet beeinflusst den Unterrichtsinhalt
ListeDas Internet verändert die Unterrichtsmethoden
ListeAlle Schulen der Schweiz müssen Zugang zum Internet haben
ListeDie Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit müssen informiert werden
 
Auf Bundesebene stellt die Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz, welche 1998 verabschiedet worden ist, nationale Weichen. Die darin definierten Grundsätze lauten:
 
ListeAlle Menschen erhalten Zugang zu den ICT.
ListeDie Menschen wissen, mit den ICT im Alltag umzugehen.
 
Als Grundpfeiler der Informationsgesellschaft wird in diesem Zusammenhang die ständige Aus- und Weiterbildung auf allen Bildungsstufen angesehen.
 
ListeEs braucht die Initiative aller Interessierten im freien Wettbewerb.
ListeDie Akzeptanz für diese Technologien muss gefördert werden.
 
Nach Ansicht des Bundesrates erfordert die Vorbereitung aller Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz auf die Herausforderungen mit den ICT eine breit angelegte Bildungsoffensive.
 
2000
Im Juni 2000 verabschiedet die EDK ihre Erklärung zu den Informations- und Kommunikationstechnologien im Bildungswesen. Im Rahmen ihres Auftrags zur gesamtschweizerischen Koordination und Unterstützung legt sie folgende Schwerpunkte fest:
 
ListeEinbezug der ICT in die Lehrpläne und Koordination zwischen den verschiedenen Schulstufen
ListeAus- und Weiterbildung von Lehrpersonen
ListeEntwicklung von Lehr- und Lernsoftware
ListeEinsatz für gute Rahmenbedingungen (Rahmenverträge mit Software-Herstellern und dem Bildungsfernsehen, günstiger Internetzugang für Schulen)
ListeFörderung von und Mitwirkung bei Projekten (zum Beispiel "Virtueller Campus Schweiz" im Hochschulbereich)
 
Um die Umsetzung der genannten Massnahmen gezielt voranzutreiben, initiiert das Generalsekretariat der EDK im Herbst 2000 die Gründung einer nationalen Task Force ICT und Bildung, aus der 2005 die Schweizerische Koordinationskonferenz ICT und Bildung entstand. Darin vertreten sind das Generalsekretariat der EDK, verschiedene Bundesämter (das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT, das Bundesamt für Bildung und Wissenschaft BBW, das Bundesamt für Statistik BfS, das Bundesamt für Kommunikation BAKOM), Verbände der Lehrpersonen LCH und SER, der Schweizerische Verband der Informatikorganisationen SVI und die SFIB.
 
2001
Bund und Kantone setzen sich für einen schweizerischen Bildungsserver ein, der im Herbst 2001 in Betrieb genommen wird.

Mit der Bildungsinitiative Public Private Partnership – Schule im Netz (PPP – SiN)  im Jahr 2001 schliessen sich die Bildungsverantwortlichen aus Bund, Kantonen und Privatwirtschaft zu einer Partnerschaft zusammen. Bund, Kantone und Privatwirtschaft bekräftigen ihr Enga-gement für die Integration der ICT in den obligatorischen Schulen und in den Schulen der Sekundarstufe II schweizweit mit einer ausserordentlichen finanziellen Unterstützung.
 
2002/2003
Am 1. August 2002 tritt das Bundesgesetz über die Förderung der Nutzung von ICT in den Schulen gemäss Verordnung in Kraft. Diese Bundessubventionen er-gänzen das Engagement seitens der Kantone und der Privatwirtschaft im Rahmen der Initiative PPP – SiN. Leider hat das vom Parlament im Herbst 2003 verabschiedete Entlastungsprogramm für die Bundesfinanzen 2004 bis 2006 zur Folge, dass der Bund seine einstmals geplante finanzielle Unterstützung nur noch in einem reduzierten Mass zusichern kann.
 
2004
Heute laufen unter dem Leitsatz "Use ICT to teach and to learn" Aktivitäten auf verschiede-nen Ebenen (Bund, Kantone, Gemeinden, Schulen, Privatwirtschaft) und in diversen Bereichen. Diese betreffen die technische Ausrüstung der Schulen, die Anbindung der Schulen ans Internet, die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen, die Entwicklung von elektronschen Lehr- und Lerninhalten für den Unterricht, die Durchführung von Pilot- und For-schungsprojekten, die Entwicklung von Strategien und neuen Lehrplänen für ICT.

Nicht alle obligatorischen Schulen sind gesamtschweizerisch gesehen auf dem gleichen Stand bezüglich der Integration von ICT in den Unterricht. Während einige noch mit "Learn to use ICT" beschäftigt sind, setzen sich andere bereits mit Inhalten zu "Use ICT to teach and to learn" auseinander. Um die aktuelle Situation laufend zu verbessern, stehen Schulen und ihren Lehrpersonen verschiedene Dienstleistungsangebote für die Praxis zur Verfügung. Es sind dies Fachtagungen im Aus- und Weiterbildungsbereich, Plattformen, schweizerische ICT-Anlaufstellen sowie kantonale ICT-Fachstellen und -Kompetenzzentren.

Auch wenn Teilziele bereits erreicht worden sind, messen Kantone und Bund der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen im Bereich ICT nach wie vor eine grosse Bedeutung innerhalb der Bildungsinitiative PPP – SiN bei. Das Aus- und Weiterbildungsangebot umfasst heute Lehrgänge für Dozierende und Kurse für Lehrpersonen. Im Zentrum aller angebotenen Lehrgänge steht das Lernen und Lehren mit Unterstützung von ICT. Die Teilnehmenden bringen ihre Erfahrungen ein und entwickeln Ideen und Konzepte für die Umsetzung im Schulalltag. An den Pädagogischen Hochschulen sollen in Zukunft alle Studierenden auf den sinnvollen Einsatz von ICT im Unterricht vorbereitet werden.
 
Interner LinkBlick in die Zukunft
 
 
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